| Einder der vielen Eingänge der Grande Mosque de Paris |
| Orientalische Stimmung im Pariser Zentrum |
Schon seit mehr als 80 Jahren steht die Grande Mosque de Paris im fünften Arrondissement. Sie ist nicht nur die größte ihrer Art in Frankreich, sondern gehört sogar zu den größten muslimischen Gotteshäusern in ganz Europa. Gebaut wurde sie von 1922 bis 1926, um den Soldaten der ehmaligen französischen Kolonien für ihre militärische Unterstützung im ersten Weltkrieg zu danken. Doch damit der heutige Beitrag keine Geschichtsstunde wird, komme ich nun zum eigentlich Thema, denn die Moschee bietet heute nicht nur den muslimischen Parisern einen Ort der inneren Einkehr, sondern im dazu gehörigen Hammam für ALLE gestressten Pariser auch ein Beauty-Programm der ganz besonderen Art - unabhängig von Glaube oder Nationalität.
Ein eher unauffälliger Pfeil und ein Schild "Reservé aux femmes" (heute ist nämlich Mittwoch und montags, mittwochs und freitags ist Frauen-Tag) weisen mir den Weg. Die unscheinbare klapprige türkisfarbene Tür, direkt neben der Vitrine mit den ganzen orientalischen Leckereien, verbannt alle Geräusche des Pariser Stadtlebens. Es herrscht Stille. Warme feuchte Luft schlägt mir entgegen und ich trete ein in (ein kleines bisschen) 1001 Nacht.
| Links hinter der Theke gehts zum Hammam |
Ein hoher farbenfroher orientalischer Kuppelsaal und rundherum ein Säulengang in dem sich Frauen auf dünnen Matratzen ausruhen und Tee mit frischer Minze trinken. Um den Brunnen in der Mitte stehen vier Massageliegen, an denen ziemlich kräftige Frauen die Besucherinnen zu Wackelpudding kneten (wie auch ich später noch feststellen werde).
Doch zuerst geht es nach Umziehen und Abduschen in einen Atrium-artigen Raum, in dem eine angenehme warme Temperatur herrscht, Das kleine Oberlicht lässt den Raum schummrig erscheinen und das stehende Wasser auf dem Boden verbreitet einen etwas muffigen Geruch. Nachdem man sich dort komplett mit einer - ich möchte mal vorsichtig sagen: sehr exotisch riechenden - Paste eingeschmiert hat, nimmt einem im nächsten Raum die heisse Luft dann allerdings schon fast den Atem. Doch dafür ist das runde Wasserbecken, in das man seine Beine zur Kühlung hängen kann. Nun wird so lange zwischen den beiden Räumen hin und her gewandelt, wie man die Hitze eben aushält. Danach geht es zurück zu den Duschen, wo mir eine arabische "Mamma" (ich denke, diese, hier erstmal unpassend erscheinende, Beschreibung trifft die Damen, die im Hammam arbeiten, am besten :-)) mit einem Schwamm die komplette Haut vom Körper schrubbt ... ganz so schlimmt ist es natürlich nicht, aber so ähnlich fühlt es sich zumindest an.
Zurück im großen bunten Atrium bekomme ich nach all diesen "Strapazen" den obligatorischen heissen Tee serviert und versuche dem beruhigenden Gemurmel der Masseurinnen zu folgen (was ich jedoch auf Grund meiner grottigen Kenntnisse des Französisch-mit-starkem-arabischem-Akzent schnell wieder sein lasse und mich lieber aufs Ausruhen konzentriere).
Eine halbe Stunde und 15 Minuten Massage später stehe ich mit porentief gereinigter Haut, etwas weichen Knien (s. Wackelpudding!) und einem arabischem Gebäck in der Hand wieder außerhalb der hohen weißen Mauern. Autos hupen, Kinder schreien und ein Bus fährt mir fast über die Füße ... Paris hat mich wieder!!!
Liebe - und vor allem vollkommen entspannte - Grüße aus Paris ... et à bientôt
P.S.: Da Fotografieren innerhalb des Hammams logischerweise verboten ist, habe ich heute auch noch ein Bild aus dem Internet verwendet, um Euch denoch etwas von dem beeindruckenden Inneren des Hammams zeigen zu können.







